Onlineshop erstellen lassen: Kosten, Shopsysteme und typische Fehler
Was ein professioneller Onlineshop kostet und worauf es ankommt: Shopsystem, Produktdaten, Checkout, Zahlungsarten, Tracking, SEO, Ladezeit und Migration.
Beitrag lesenInsight · E-Commerce
Beide Systeme betreiben Millionen Onlineshops, und beide können die richtige Wahl sein. Der Unterschied liegt weniger in einzelnen Funktionen als im Betriebsmodell: Mietlösung mit festen Regeln oder offene Software, für die Sie selbst verantwortlich sind.
Kurz beantwortet
Shopify ist meist die bessere Wahl, wenn Sie schnell starten, wenig Technik selbst betreuen und einen schnellen, stabilen Checkout wollen. WooCommerce passt besser, wenn Sie bereits auf WordPress setzen, volle Kontrolle über Code und Daten brauchen oder sehr individuelle Abläufe abbilden wollen und dafür Hosting, Updates und Sicherheit selbst organisieren. Die laufenden Kosten sind bei WooCommerce nicht automatisch niedriger, sie verteilen sich nur anders.
Shopify ist eine gehostete Shop-Software, die Sie monatlich mieten. Server, Sicherheitsupdates, Zahlungsabwicklung und ein Content Delivery Network sind inklusive. Sie gestalten den Shop über Themes und erweitern ihn über Apps, haben aber keinen Zugriff auf den Kern der Software.
WooCommerce ist ein kostenloses Open-Source-Plugin für WordPress. Sie installieren es auf einem eigenen Server oder bei einem Hoster und haben volle Kontrolle über Code, Daten und Erweiterungen. Dafür sind Sie auch für Hosting, Updates, Backups und Sicherheit verantwortlich. Laut WordPress-Plugin-Verzeichnis läuft WooCommerce auf mehr als sieben Millionen Websites.
Beide Systeme sind ausgereift und weit verbreitet. Nach Daten von W3Techs (Stand Oktober 2026) nutzen rund 7,8 Prozent aller Websites WooCommerce und rund 5,3 Prozent Shopify. Die Frage ist also nicht, ob ein System „gut genug“ ist, sondern welches Betriebsmodell zu Ihrem Unternehmen passt.
Ein Shopify-Shop ist innerhalb weniger Stunden startklar: Konto anlegen, Theme wählen, Produkte einpflegen, Zahlungsarten aktivieren. Die Oberfläche ist einheitlich, Updates spielt Shopify selbst ein. Für Teams ohne eigene Technikkompetenz ist das ein echter Vorteil.
WooCommerce verlangt mehr Vorarbeit. Sie brauchen ein Hosting, eine WordPress-Installation, ein Theme, das WooCommerce sauber unterstützt, und meist mehrere Plugins. Die offiziellen Serveranforderungen nennen für aktuelle Versionen unter anderem PHP 8.3 oder neuer, MySQL 8.0 oder MariaDB 10.6 und HTTPS. Wer WordPress bereits kennt, findet sich schnell zurecht. Für alle anderen lohnt eine professionelle Einrichtung.
Shopify bietet im offiziellen Theme Store 24 kostenlose Themes, kostenpflichtige Themes kosten auf der ersten Ergebnisseite einmalig etwa 150 bis 430 US-Dollar. Themes lassen sich über einen Editor anpassen, tiefere Änderungen erfolgen in Liquid, der Template-Sprache von Shopify.
Bei WooCommerce ist die gestalterische Freiheit grundsätzlich größer, weil Sie das gesamte WordPress-Ökosystem nutzen können. In der Praxis ist das ein zweischneidiges Schwert: Viele Page-Builder und schwere Themes kosten Ladezeit, und jede Anpassung muss bei Updates mitgepflegt werden.
Unsere Einschätzung: Für die meisten Shops reicht die Flexibilität beider Systeme. Wichtiger als maximale Freiheit sind schnelle Produktseiten, ein klarer Checkout und eine saubere mobile Darstellung.
Der Shopify App Store umfasst nach eigener Angabe mehr als 16.000 Apps, etwa für Bewertungen, Abonnements, Produktfilter oder Rechtstexte. Viele Apps kosten monatlich, was sich über die Zeit summiert. Grenzen setzt Shopify vor allem am Checkout: Auf den Tarifen Basic, Grow und Advanced lässt sich der Checkout nur eingeschränkt anpassen, umfassend erst mit Shopify Plus.
WooCommerce lässt sich nahezu beliebig erweitern, über Plugins oder eigene Entwicklung. Offizielle Erweiterungen kosten jährlich, zum Beispiel WooCommerce Subscriptions 249 Euro pro Jahr und WooCommerce Bookings 223 Euro pro Jahr (Stand Oktober 2026). Jedes zusätzliche Plugin erhöht aber den Pflegeaufwand und das Risiko von Konflikten bei Updates.
| Kostenpunkt | Shopify | WooCommerce |
|---|---|---|
| Software | Abo: Basic 27 €, Grow 79 €, Advanced 289 € pro Monat bei jährlicher Zahlung (monatlich: 36 €, 105 €, 384 €); Plus ab 2.100 € pro Monat | Plugin kostenlos |
| Hosting | inklusive | separat, je nach Anbieter und Leistung |
| Zahlungsgebühren | Shopify Payments, Online-Karten: 2,1 % + 0,30 € (Basic) bis 1,6 % + 0,30 € (Advanced) | z. B. WooPayments: 1,5 % + 0,25 € für Karten aus dem EWR, zzgl. 19 % USt ohne USt-ID |
| Zusatzgebühr bei externen Zahlungsanbietern | 2 % (Basic), 1 % (Grow), 0,6 % (Advanced), PayPal ausgenommen, wenn Shopify Payments aktiv ist | keine Plattformgebühr |
| Erweiterungen | Apps, meist monatlich | Plugins, oft jährlich |
| Wartung und Sicherheit | inklusive | eigener Aufwand oder Dienstleister |
: Preise laut shopify.com/de/preise, woocommerce.com und WooPayments-Gebührenseite, Stand 17. Oktober 2026. Ob die Shopify-Preise netto oder brutto ausgewiesen sind, nennt die Preisseite nicht eindeutig.
Wichtig ist der Blick auf die Gesamtkosten. Bei Shopify sind die Kosten gut planbar, steigen aber mit Umsatz (Zahlungsgebühren) und Apps. Bei WooCommerce fallen keine Lizenzkosten an, dafür Hosting, Erweiterungen und vor allem Arbeitszeit für Wartung. Ein WooCommerce-Shop, den niemand professionell pflegt, ist selten günstiger, sondern meist nur riskanter.
Sie stehen vor der Wahl oder einem Wechsel?
Wir sehen uns Sortiment, Abläufe und Ziele an und sagen Ihnen ehrlich, welches System für Ihren Shop wirtschaftlicher ist.
Bei Shopify kümmert sich der Anbieter um Server, Skalierung bei Lastspitzen, Sicherheitsupdates und Backups der Plattform. Sie müssen sich nicht um PHP-Versionen oder Plugin-Konflikte kümmern.
Bei WooCommerce liegt diese Verantwortung bei Ihnen oder Ihrem Dienstleister. Dazu gehören regelmäßige Updates von WordPress, WooCommerce, Theme und Plugins, Backups, Sicherheitsmonitoring und ein Hosting, das auch bei Aktionen stabil bleibt. Das ist gut machbar, sollte aber fest eingeplant und budgetiert werden.
Shopify liefert jede Storefront über ein globales CDN aus, das laut Entwicklerdokumentation auf Cloudflare basiert. Für den Theme Store verlangt Shopify im Schnitt einen Lighthouse-Performance-Wert von mindestens 60.
Aufschlussreich sind echte Nutzerdaten. Im Core-Web-Vitals-Bericht des HTTP Archive (Chrome-Nutzerdaten, September 2026) bestehen auf Mobilgeräten rund 76 Prozent der Shopify-Websites alle drei Core Web Vitals, bei WooCommerce rund 39 Prozent. Für Deutschland liegen die Werte bei rund 83 und 51 Prozent. Das ist eine Korrelation: Schnelle WooCommerce-Shops sind möglich, erfordern aber gutes Hosting, schlanke Themes und Disziplin bei Plugins.
Beide Systeme bringen die Grundlagen mit: eigene Titel und Beschreibungen, sprechende URLs, Weiterleitungen, eine XML-Sitemap und strukturierte Produktdaten über das Theme oder Erweiterungen.
Unterschiede gibt es im Detail. Shopify gibt eine feste URL-Struktur vor, etwa /products/ und /collections/, die sich nicht frei ändern lässt. WooCommerce ist hier flexibler und lässt sich mit etablierten SEO-Plugins sehr fein steuern. In der Praxis entscheiden aber Inhalte, Ladezeit, interne Verlinkung und saubere Kategorien weit mehr über Rankings als das Shopsystem.
Der Checkout ist die Stelle, an der Umsatz entsteht oder verloren geht. Shopify bietet einen einheitlichen, schnellen Checkout mit Shop Pay und hat seine Checkout-Anpassungen in den letzten Jahren auf sogenannte Checkout Extensibility umgestellt. Der Vorteil: stabil, schnell, vertraut für viele Käufer. Der Nachteil: Eingriffe sind nur im vorgesehenen Rahmen möglich.
Bei WooCommerce können Sie den Checkout frei gestalten. Das bietet Chancen, etwa für B2B-Felder oder besondere Abläufe, aber auch Risiken: Jedes zusätzliche Feld und jedes langsame Plugin kann Abbrüche erhöhen. Was in Shops typischerweise Conversions kostet, beschreibt der Beitrag zur Shop-Conversion-Rate unter 2 Prozent.
| Zahlungsart | Shopify | WooCommerce |
|---|---|---|
| Kreditkarten, Apple Pay, Google Pay | über Shopify Payments | über WooPayments, Stripe oder PayPal Payments |
| PayPal | als separater Anbieter angebunden | über das Plugin PayPal Payments |
| Klarna | in Shopify Payments verfügbar (Deutschland, Österreich, EUR) | über WooPayments, Stripe oder das Klarna-Plugin |
| SEPA-Lastschrift | in den offiziellen Shopify-Payments-Unterlagen für Deutschland nicht aufgeführt | über WooPayments oder Stripe |
| Kauf auf Rechnung | über Klarna oder Drittanbieter | über PayPal (Rechnungskauf), Klarna oder Drittanbieter |
: Stand Oktober 2026 laut Hilfeseiten von Shopify, WooCommerce, PayPal und Stripe. Verfügbarkeit hängt vom Händlerkonto ab.
Für deutsche Käufer sind PayPal, Klarna und Lastschrift besonders wichtig. Prüfen Sie vor der Entscheidung, welche Zahlungsarten Ihre Zielgruppe erwartet und welche Gebühren dabei insgesamt anfallen. PayPal berechnet in Deutschland laut eigener Gebührenseite für Standardzahlungen 2,99 Prozent plus 0,39 Euro.
Beide Systeme haben dokumentierte Schnittstellen und lassen sich an Warenwirtschaft, Buchhaltung, Versanddienstleister, CRM und Marketingtools anbinden. Bei Shopify geschieht das meist über Apps oder die Shopify-API, bei WooCommerce über Plugins, die REST-API oder eigene Entwicklung.
Für deutsche Rechtsanforderungen gibt es auf beiden Seiten etablierte Lösungen. Für WooCommerce sind Germanized und German Market verbreitet, Rechtstexte von Anbietern wie der IT-Recht Kanzlei lassen sich bei beiden Systemen über Schnittstellen aktualisieren. Wenn Sie mehrere Systeme automatisch verbinden wollen, hilft ein Blick auf Automatisierungsplattformen wie n8n, Make und Zapier.
Shopify skaliert technisch ohne Ihr Zutun, auch bei großen Aktionen. Bei steigendem Umsatz steigen aber auch die umsatzabhängigen Gebühren, und ab einer gewissen Größe wird Shopify Plus mit Preisen ab 2.100 Euro im Monat relevant. B2B-Funktionen sind laut Shopify auf den Tarifen Basic bis Advanced mit bis zu drei Katalogen verfügbar, unbegrenzt erst mit Plus.
WooCommerce skaliert so weit wie das Hosting und die Datenbank. Seit Version 8.2 ist für neue Installationen die High-Performance Order Storage aktiv, die Bestellungen in eigenen Tabellen speichert. Große WooCommerce-Shops sind möglich, brauchen aber leistungsstarkes Hosting, Caching und technische Betreuung.
Bei Shopify übernimmt der Anbieter die Sicherheit der Plattform und die Zahlungsabwicklung nach PCI-Standard. Ihr Teil ist vor allem der Schutz der Zugänge, etwa mit Zwei-Faktor-Anmeldung, und die Auswahl vertrauenswürdiger Apps.
Bei WooCommerce sind Sie für die Sicherheit des gesamten Systems verantwortlich: aktuelle Versionen, sichere Passwörter, Backups, Schutz vor Angriffen auf die Anmeldung und eine sorgfältige Plugin-Auswahl. Veraltete Plugins sind eine der häufigsten Einfallstüren bei WordPress-Websites.
Ihr Shop hat Besucher, aber zu wenig Umsatz?
Oft liegt es nicht am System, sondern an Produktseiten, Checkout oder Tracking. Wir prüfen das gezielt.
| Ausgangslage | Eher Shopify | Eher WooCommerce |
|---|---|---|
| Neuer Shop, kleines Team ohne Technik | ✓ | |
| Bestehende WordPress-Website mit viel Content | ✓ | |
| Schneller Marktstart und planbare Kosten | ✓ | |
| Sehr individuelle Produktlogik oder Abläufe | ✓ | |
| Starkes Wachstum, große Aktionen mit Lastspitzen | ✓ | mit leistungsstarkem Hosting |
| Volle Kontrolle über Code, Daten und Server | ✓ | |
| B2B mit vielen Preislisten und Katalogen | Plus | ✓ mit Erweiterungen |
| Internationaler Verkauf in mehreren Märkten | ✓ (Shopify Markets) | ✓ mit Plugins |
: Vereinfachte Orientierung. Im Einzelfall entscheiden Sortiment, Integrationen und Betreuung.
Nicht automatisch. Das Plugin ist kostenlos, aber Hosting, Erweiterungen, Wartung und Sicherheit kosten Geld oder Arbeitszeit. Shopify hat planbare monatliche Kosten, die mit Umsatz und Apps steigen. Vergleichen Sie deshalb die Gesamtkosten über zwei bis drei Jahre.
Beide sind gut geeignet. WooCommerce bietet mehr Freiheit bei URLs und technischen Details, Shopify punktet mit schneller Auslieferung. Über Rankings entscheiden vor allem Inhalte, Ladezeit und Struktur.
Ja. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich migrieren. Wichtig sind saubere Weiterleitungen aller alten URLs, damit Rankings erhalten bleiben, sowie ein Test der Zahlungs- und Versandprozesse vor dem Umzug.
Für die Grundeinrichtung nicht zwingend. Für einen professionellen Shop mit gutem Hosting, sauberer Performance, Sicherheit und regelmäßigen Updates ist technische Betreuung aber sinnvoll.
Neben dem Abo fallen Zahlungsgebühren an, bei externen Zahlungsanbietern zusätzlich eine Transaktionsgebühr, außerdem Kosten für Apps und gegebenenfalls ein Premium-Theme.
Shopify wird von vielen deutschen Händlern genutzt. Wie bei jedem Anbieter brauchen Sie eine Datenschutzerklärung, eine Einwilligungslösung für Cookies und einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Die rechtliche Prüfung im Einzelfall übernimmt Ihr Datenschutzbeauftragter oder eine Kanzlei.
Shopify und WooCommerce sind beide professionelle Shopsysteme. Shopify ist die bequemere Wahl für Unternehmen, die verkaufen und nicht administrieren wollen. WooCommerce ist die flexiblere Wahl für Unternehmen, die Kontrolle wollen und den Betrieb sauber organisieren. Entscheiden Sie nach Ihrem Geschäftsmodell, Ihren vorhandenen Systemen und der Frage, wer den Shop in zwei Jahren technisch betreut. Wie ein professioneller Shop insgesamt geplant wird, lesen Sie im Beitrag Onlineshop erstellen lassen.
Das Wichtigste in Kürze
Passend dazu
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