Kurz beantwortet
Zapier ist am einfachsten und hat die meisten fertigen App-Verbindungen, eignet sich also für schnelle, überschaubare Automatisierungen. Make bietet einen visuellen Editor für komplexere Abläufe zu niedrigen Einstiegspreisen. n8n ist die flexibelste Lösung für technisch anspruchsvolle Workflows, lässt sich als einzige der drei selbst hosten und bietet in der Cloud einen ausgewiesenen Datenstandort in Frankfurt. Für Unternehmen mit hohen Datenschutzanforderungen oder vielen Workflow-Durchläufen ist n8n oft die wirtschaftlichste Wahl.
Inhalt dieses Beitrags
- Die drei Plattformen in Kürze
- Einrichtung und Bedienbarkeit
- Hosting: Cloud oder Self-Hosting
- Schnittstellen und APIs
- Workflow-Flexibilität
- KI-Integrationen
- Sicherheit und Datenschutz
- Kosten: drei verschiedene Abrechnungslogiken
- Skalierung
- Fehlerbehandlung und Monitoring
- Konkrete Anwendungsbeispiele
- Entscheidungsmatrix
- Häufige Fragen
- Fazit
Zapier ist der bekannteste Anbieter und setzt auf Einfachheit. Ein „Zap“ besteht aus einem Auslöser und einer oder mehreren Aktionen. Zapier nennt mehr als 9.000 unterstützte Apps.
Make (früher Integromat, heute Teil von Celonis) arbeitet mit einem visuellen Editor, in dem Abläufe als verbundene Module dargestellt werden. Verzweigungen, Schleifen und Fehlerpfade lassen sich gut abbilden. Make nennt auf der Preisseite mehr als 3.500 Apps.
n8n ist eine Workflow-Plattform mit offenem Quellcode, die sich in der Cloud nutzen oder auf eigenen Servern betreiben lässt. Sie bietet neben fertigen Bausteinen auch Code-Schritte in JavaScript und Python und richtet sich stärker an technisch versierte Teams. n8n nennt auf der Startseite mehr als 500 Integrationen, über HTTP-Anfragen lässt sich zudem nahezu jede API anbinden.
Transparenzhinweis: Wir betreiben n8n selbst für unsere internen Abläufe, etwa für die Verarbeitung von Website-Anfragen. Wir sind mit keinem der drei Anbieter geschäftlich verbunden.
Einrichtung und Bedienbarkeit
Zapier ist am schnellsten erlernt. Ein einfacher Zap ist in wenigen Minuten eingerichtet, auch ohne technisches Vorwissen.
Make verlangt etwas mehr Einarbeitung, belohnt aber mit Übersicht bei komplexeren Abläufen. Der visuelle Editor zeigt Datenflüsse und Verzweigungen sehr anschaulich.
n8n hat die steilste Lernkurve. Wer mit Datenstrukturen, APIs und Ausdrücken umgehen kann, gewinnt dafür maximale Flexibilität. Für Fachabteilungen ohne Technikunterstützung ist n8n anspruchsvoller als die beiden anderen.
Hosting: Cloud oder Self-Hosting
| Kriterium | n8n | Make | Zapier |
|---|
| Cloud-Angebot | ja | ja | ja |
| Self-Hosting | ja (Community Edition kostenlos, Business und Enterprise mit Lizenz) | nein (On-Premise-Agent nur im Enterprise-Tarif) | nein |
| Datenstandort Cloud laut Anbieter | EU, Server in Frankfurt | AWS in der EU oder Nordamerika | AWS in den USA |
| Auftragsverarbeitungsvertrag | ja, mit Standardvertragsklauseln | ja | ja, mit Standardvertragsklauseln |
| Zertifizierungen laut Anbieter | SOC 2 Typ 2, SOC 3 | ISO 27001, SOC 2 Typ II, SOC 3 | SOC 2 Typ II, SOC 3 |
: Stand 17. Oktober 2026 laut Preis-, Sicherheits- und Rechtsseiten der Anbieter.
Self-Hosting bedeutet, dass n8n auf Ihrem eigenen Server läuft und Daten Ihre Infrastruktur nicht verlassen müssen. Das ist für viele Unternehmen mit sensiblen Daten ein entscheidender Vorteil. Die Kehrseite: Sie sind selbst für Updates, Backups, Absicherung und Verfügbarkeit verantwortlich.
Zur Lizenz: Die kostenlose Community Edition von n8n steht unter der Sustainable Use License. Sie erlaubt die Nutzung und Anpassung für interne Geschäftszwecke, nicht aber, n8n selbst als Dienst an Dritte zu verkaufen.
Schnittstellen und APIs
Zapier hat die größte Auswahl fertiger Verbindungen. Wenn Ihr Werkzeug exotisch ist, ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass es bei Zapier bereits angebunden ist.
Make und n8n bieten weniger fertige Verbindungen, gleichen das aber mit flexiblen HTTP-Modulen aus. Damit lässt sich jede dokumentierte API ansprechen. n8n erlaubt zusätzlich eigene Code-Schritte, was bei ungewöhnlichen Datenformaten oder Berechnungen hilft.
Workflow-Flexibilität
Für einfache Abläufe nach dem Muster „wenn A, dann B“ sind alle drei geeignet. Unterschiede zeigen sich bei komplexen Workflows mit Verzweigungen, Schleifen über viele Datensätze, Wartezeiten, Zusammenführungen und eigener Logik. Hier sind Make und n8n deutlich stärker. n8n bietet außerdem Unter-Workflows, Versionierung mit Git in höheren Tarifen und lässt sich in eigene Anwendungen einbetten.
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KI-Integrationen
Alle drei Plattformen haben 2025 und 2026 stark in KI investiert:
- n8n bietet einen KI-Agenten-Baustein, KI-Schritte und Unterstützung für das Model Context Protocol (MCP), inklusive menschlicher Freigabe vor Tool-Aufrufen. Eigene Sprachmodelle lassen sich über eigene API-Schlüssel anbinden, beim Self-Hosting ohnehin.
- Make bietet Maia zum Erstellen von Szenarien per Chat, ein KI-Toolkit, einen MCP-Server und Make AI Agents, die laut Preisseite noch als Beta gekennzeichnet sind.
- Zapier bietet Agents mit eigenem Kontingent, Copilot zum Erstellen von Zaps, Chatbots und MCP. Zapier erklärt, Daten aus Workflows nicht für das Training zu nutzen.
Für den praktischen Einsatz entscheidend ist weniger die Zahl der KI-Funktionen als die Kontrolle: Wo werden Daten verarbeitet, welches Modell wird genutzt, und wo prüft ein Mensch das Ergebnis? Anwendungsfälle dafür beschreibt der Beitrag KI im Unternehmen.
Sicherheit und Datenschutz
Für Automatisierungen mit personenbezogenen Daten brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag, eine klare Übersicht, welche Daten durch welche Systeme fließen, und eine geregelte Zugriffsverwaltung. Bei Cloud-Diensten mit Sitz oder Speicherort außerhalb der EU sollten Sie die Rechtsgrundlage der Übermittlung prüfen lassen.
Praktische Sicherheitsregeln gelten für alle drei: Zugangsdaten nur in den vorgesehenen Tresoren speichern, Zwei-Faktor-Anmeldung aktivieren, Webhooks absichern, und Workflows nur den Personen zugänglich machen, die sie brauchen.
Kosten: drei verschiedene Abrechnungslogiken
Ein direkter Preisvergleich ist schwierig, weil die Plattformen unterschiedlich zählen:
- n8n berechnet Ausführungen, also ganze Workflow-Durchläufe, egal wie viele Schritte sie haben.
- Make berechnet Credits. Die meisten Aktionen kosten einen Credit, KI-Funktionen können mehr kosten.
- Zapier berechnet Tasks, also erfolgreich ausgeführte Aktionsschritte. Auslöser, Filter und Formatierungen zählen nicht.
| Tarif | n8n | Make | Zapier |
|---|
| Gratis | kein Gratis-Cloudtarif; Community Edition selbst gehostet kostenlos | Free: 1.000 Credits pro Monat | Free: 100 Tasks pro Monat, nur zweistufige Zaps |
| Einstieg | Starter: 20 € pro Monat bei jährlicher Zahlung (24 € monatlich), 2.500 Ausführungen | Core: 9 US-$ pro Monat bei jährlicher Zahlung (10,59 US-$ monatlich), 10.000 Credits | Professional: 19,99 US-$ pro Monat bei jährlicher Zahlung (29,99 US-$ monatlich), 750 Tasks |
| Mittel | Pro: 50 € pro Monat bei jährlicher Zahlung (60 € monatlich), 10.000 Ausführungen | Pro: 16 US-$ bei jährlicher Zahlung, 10.000 Credits | Team: 69 US-$ bei jährlicher Zahlung, 2.000 Tasks |
| Groß | Business (selbst gehostet): 667 € pro Monat bei jährlicher Zahlung | Teams: 29 US-$ bei jährlicher Zahlung, 10.000 Credits | Enterprise auf Anfrage |
: Stand 17. Oktober 2026 laut n8n.io/pricing, make.com/en/pricing und zapier.com/pricing. Make zeigt Preise in US-Dollar, Zapier rechnet in Euro um. Höhere Kontingente kosten entsprechend mehr.
Ein Rechenbeispiel zur Einordnung: Ein Workflow mit acht Schritten läuft 1.000-mal im Monat. Bei n8n sind das 1.000 Ausführungen. Bei Make sind es bis zu 8.000 Credits, je nachdem, wie viele Schritte Aktionen sind. Bei Zapier zählen nur die Aktionsschritte, bei sechs Aktionen also 6.000 Tasks. Je mehr Schritte ein Workflow hat, desto günstiger wird n8n im Vergleich.
Skalierung
Bei Zapier und Make steigen die Kosten mit der Zahl der Aktionen. Für wenige, einfache Automatisierungen bleibt das günstig, bei hohem Volumen kann es teuer werden. n8n skaliert in der Cloud über Ausführungskontingente und lässt sich beim Self-Hosting mit eigener Infrastruktur nahezu beliebig erweitern. Das senkt die laufenden Kosten, verlagert aber Aufwand in Betrieb und Überwachung.
Fehlerbehandlung und Monitoring
Automatisierungen fallen aus, wenn eine Schnittstelle sich ändert, ein Passwort abläuft oder Daten unerwartet aussehen. Entscheidend ist, dass Sie es merken.
- n8n: Fehler-Workflows, die bei jedem Fehler automatisch starten, automatische Wiederholungen und Ausführungsprotokolle. Die Protokolle werden je nach Tarif 7 Tage (Starter) bis 30 Tage (Pro) aufbewahrt, beim Self-Hosting frei konfigurierbar.
- Make: Fehler-Handler mit Optionen wie Überspringen, Wiederholen oder Zurückrollen, Echtzeit-Überwachung und Protokolle mit 7 bis 60 Tagen Aufbewahrung je nach Tarif.
- Zapier: automatische Wiederholung und eigene Fehlereinstellungen ab Professional, eine Ausführungshistorie mit garantiert bis zu 60 Tagen, Warnmeldungen und Log-Streams im Enterprise-Tarif.
Unabhängig von der Plattform gilt: Jede geschäftskritische Automatisierung braucht eine Benachrichtigung bei Fehlern und eine verantwortliche Person.
Sie wollen n8n sicher selbst betreiben?
Wir setzen n8n auf Ihrem Server oder in der Cloud auf, inklusive Zugriffsschutz, Backups und Fehlerüberwachung.
Konkrete Anwendungsbeispiele
- Lead-Verarbeitung: Eine Website-Anfrage landet im CRM, wird auf Dubletten geprüft, einer Person zugewiesen, und der Interessent erhält eine Bestätigung. Dafür eignen sich alle drei, bei Datenschutzanforderungen bevorzugt n8n.
- Rechnungseingang: PDF-Rechnungen aus einem Postfach werden ausgelesen, mit KI vorstrukturiert, zur Freigabe vorgelegt und an die Buchhaltung übergeben. Typischer Fall für Make oder n8n.
- E-Commerce: Neue Bestellungen werden an Lager, Versanddienstleister und Buchhaltung übergeben, Lagerbestände abgeglichen. Bei hohem Volumen spricht vieles für n8n.
- Interne Benachrichtigungen: Neue Bewertung, große Bestellung oder fehlgeschlagene Zahlung lösen eine Nachricht im Team-Chat aus. Mit Zapier in wenigen Minuten umgesetzt.
- Reporting: Zahlen aus Werbekonten, Shop und CRM werden wöchentlich in eine Tabelle geschrieben und als Zusammenfassung verschickt.
Entscheidungsmatrix
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|
| Wenige, einfache Automatisierungen, kein technisches Team | Zapier |
| Komplexere Abläufe, visuell planen, günstiger Einstieg | Make |
| Viele Durchläufe oder viele Schritte pro Workflow | n8n |
| Daten dürfen die eigene Infrastruktur nicht verlassen | n8n selbst gehostet |
| Cloud mit ausgewiesenem Speicherort in Deutschland | n8n Cloud |
| Exotische Apps, die nur fertig angebunden sinnvoll sind | Zapier |
| Eigene Logik, Code-Schritte, KI-Agenten mit eigenen Modellen | n8n |
: Vereinfachte Orientierung. Im Einzelfall entscheiden Prozess, Datenlage und Betreuung.
Häufige Fragen
Ist n8n kostenlos?
Die Community Edition von n8n ist kostenlos und lässt sich auf eigenen Servern betreiben, für interne Geschäftszwecke. Kosten entstehen dann für Server, Einrichtung und Wartung. Die n8n-Cloud ist kostenpflichtig und beginnt laut Preisseite bei 20 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung.
Welche Plattform ist am einfachsten?
Zapier. Die Oberfläche ist auf schnelle, lineare Automatisierungen ausgelegt und ohne Vorwissen nutzbar.
Welche Plattform ist DSGVO-freundlicher?
Alle drei bieten Auftragsverarbeitungsverträge. n8n lässt sich zusätzlich selbst hosten und gibt für die Cloud Frankfurt als Speicherort an, was die Bewertung für viele Unternehmen vereinfacht. Die rechtliche Prüfung im Einzelfall bleibt Sache Ihres Datenschutzbeauftragten.
Kann ich von Zapier zu n8n wechseln?
Ja, allerdings gibt es keinen automatischen Import. Workflows müssen neu aufgebaut werden. Das ist eine gute Gelegenheit, Abläufe zu vereinfachen und Fehlerbehandlung zu ergänzen.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Für Zapier nicht, für Make kaum. Bei n8n helfen Grundkenntnisse in Datenstrukturen und JavaScript, um das volle Potenzial zu nutzen, einfache Workflows gelingen aber auch ohne.
Was kostet die Einrichtung einer Automatisierung?
Das hängt von Anzahl und Komplexität der Abläufe ab. Ein einfacher Workflow ist in wenigen Stunden umgesetzt, eine Lead- oder Rechnungsverarbeitung mit Fehlerbehandlung, Tests und Dokumentation braucht eher einige Tage.
Fazit
Zapier, Make und n8n sind alle drei ausgereift. Zapier gewinnt bei Einfachheit und Anzahl der Apps, Make bei visueller Übersicht und günstigem Einstieg, n8n bei Flexibilität, Datenkontrolle und Kosten bei hohem Volumen. Wählen Sie die Plattform nach Ihren Abläufen, Ihren Datenschutzanforderungen und danach, wer die Automatisierungen dauerhaft betreut. Mehr dazu auf der Seite Automatisierung & KI.
Quellen
- n8n: Preise, Dokumentation, Sicherheit, Trust Center, Sustainable Use License, abgerufen am 17.10.2026
- Make: Preise, Sicherheit, Fehler-Handler, abgerufen am 17.10.2026
- Zapier: Preise, Sicherheit und Compliance, Auftragsverarbeitung, abgerufen am 17.10.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Die Abrechnung ist nicht direkt vergleichbar: n8n zählt ganze Durchläufe, Make Credits pro Aktion, Zapier Tasks pro Aktionsschritt.
- n8n ist die einzige der drei Plattformen, die sich selbst hosten lässt; die n8n-Cloud speichert Daten laut Anbieter in Frankfurt.
- Make bietet Hosting in der EU oder Nordamerika, Zapier speichert Daten laut eigener Angabe in den USA.
- Zapier hat mit über 9.000 Apps die meisten fertigen Verbindungen.
- Wichtiger als die Plattform sind ein sauber beschriebener Prozess, Fehlerbehandlung und jemand, der die Automatisierung überwacht.