Kurz beantwortet
Eine App kostet so viel, wie ihre Entwicklung an Zeit braucht. Ein klickbarer Prototyp liegt oft im niedrigen vierstelligen Bereich, ein erstes nutzbares Produkt (MVP) mit Backend für eine oder zwei Plattformen bei einem Aufwand von etwa 250 bis 500 Stunden, also bei 90 bis 120 Euro netto pro Stunde rund 22.500 bis 60.000 Euro. Umfangreiche Apps mit Nutzerkonten, Zahlungen, Schnittstellen und KI-Funktionen liegen deutlich darüber. Hinzu kommen laufende Kosten für Server, App-Stores, Wartung und Weiterentwicklung.
Inhalt dieses Beitrags
- Was kostet eine App?
- Welche Faktoren den Aufwand bestimmen
- Native App-Entwicklung
- Plattformübergreifende Entwicklung
- Unterschiede zwischen iOS und Android
- MVP-Entwicklung
- UX/UI-Design
- Backend, Datenbanken und Schnittstellen
- Authentifizierung und Sicherheit
- App Store und Google Play
- Betrieb und Wartung
- Von der Idee zum Launch: die Entwicklungsschritte
- Typische Fehler
- Häufige Fragen
- Fazit
Was kostet eine App?
Die Kosten einer App setzen sich aus dem Aufwand in Stunden und dem Stundensatz zusammen. Als Orientierung für den Stundensatz: Laut Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap lag der Median für IT-Freelancer im DACH-Raum bei 95 Euro, für Software- und Webentwicklung bei 90 Euro pro Stunde. Agenturen und Teams mit Design, Projektleitung und Qualitätssicherung kalkulieren oft höher. Für die Rechenbeispiele nehmen wir 90 bis 120 Euro netto pro Stunde an.
| Projekttyp | Typischer Umfang | Angenommener Aufwand | Kosten bei 90 bis 120 €/h (netto) |
|---|
| Klickbarer Prototyp | wichtigste Abläufe als testbares Design | 20 bis 60 Stunden | 1.800 bis 7.200 € |
| MVP | eine oder zwei Plattformen, Login, wenige Kernfunktionen, Backend als Dienst | 250 bis 500 Stunden | 22.500 bis 60.000 € |
| Ausgebaute App | iOS und Android, Nutzerrollen, Zahlungen, Schnittstellen, Benachrichtigungen | 500 bis 1.200 Stunden | 45.000 bis 144.000 € |
| Plattform | App plus Web-Oberfläche, Verwaltung, Mandanten, KI-Funktionen | ab 1.200 Stunden | ab 108.000 € |
: Rechenbeispiele mit Annahmen, Stand Oktober 2026. Die Stundenspannen sind Erfahrungswerte und keine Angebotspreise.
Welche Faktoren den Aufwand bestimmen
- Funktionsumfang: Jede Funktion braucht Design, Entwicklung und Tests. Die Liste der Funktionen ist der größte Kostentreiber.
- Plattformen: iOS, Android, Web oder alle drei.
- Nutzerrollen: Kunden, Mitarbeitende, Administratoren, jeweils mit eigenen Rechten und Ansichten.
- Backend und Daten: Wo liegen die Daten, wie werden sie synchronisiert, was passiert offline?
- Schnittstellen: CRM, ERP, Zahlungsdienste, Kalender oder eigene Systeme.
- KI-Funktionen: Dokumentenerkennung, Sprachverarbeitung oder Assistenten.
- Design: Standardkomponenten oder ein eigenes, markenprägendes Design.
- Sicherheit und Datenschutz: etwa bei Gesundheits-, Finanz- oder Personaldaten.
Native App-Entwicklung
Native Apps werden für ein Betriebssystem in dessen eigener Technik entwickelt, für iOS etwa mit Swift und SwiftUI, für Android mit Kotlin. Sie greifen direkt auf alle Gerätefunktionen zu und fühlen sich vollständig wie das jeweilige System an.
Vorteile: beste Integration von Kamera, Sensoren, Widgets, Sprachassistenten und Verarbeitung auf dem Gerät, sehr gute Performance.
Nachteile: Für iOS und Android entstehen zwei Codebasen, was Entwicklung und Wartung verteuert.
Ein Beispiel aus unserer eigenen Entwicklung: Die iPhone-App DO IT ist nativ mit Swift und SwiftUI gebaut, weil sie Widgets, die Teilen-Funktion, Texterkennung auf dem Gerät und Siri-Kurzbefehle tief nutzt.
Bei Cross-Platform-Ansätzen entsteht eine gemeinsame Codebasis für iOS und Android, oft auch für das Web. Verbreitet sind React Native, häufig mit Expo, Flutter oder Ansätze wie Capacitor, die eine Web-Anwendung in eine App einbetten.
Vorteile: weniger Entwicklungs- und Wartungsaufwand, schnellere Umsetzung für mehrere Plattformen, ein Team für alles.
Nachteile: Sehr gerätespezifische Funktionen erfordern Zusatzaufwand, und manche Details wirken weniger nativ.
Auch dafür ein Beispiel: Die Lernplattform QRAGER nutzt Expo und React Native und läuft aus einer Codebasis als Web-App. Die WERKVORA-Techniker-App kombiniert eine gemeinsame Web-Basis mit nativen Swift-Modulen für die LiDAR-Raumaufnahme.
| Kriterium | Native Entwicklung | Plattformübergreifend |
|---|
| Codebasen | eine pro Plattform | eine gemeinsame |
| Geräteintegration | vollständig | gut, Sonderfälle mit nativen Modulen |
| Performance | sehr hoch | für die meisten Apps ausreichend hoch |
| Aufwand für zwei Plattformen | höher | geringer |
| Geeignet für | Apps mit tiefer Gerätenutzung, höchste Ansprüche an Bedienung | Business-Apps, MVPs, Apps mit Web-Version |
Sie haben eine App-Idee und wollen den Aufwand wissen?
Beschreiben Sie Ihr Vorhaben kurz. Wir ordnen Umfang, Plattform und einen sinnvollen ersten Release ehrlich ein.
Unterschiede zwischen iOS und Android
Beide Plattformen unterscheiden sich in Gestaltungsrichtlinien, Benachrichtigungen, Berechtigungen und der Vielfalt der Geräte. Android läuft auf sehr vielen unterschiedlichen Geräten und Bildschirmgrößen, was mehr Tests erfordert. Für die Entscheidung, ob Sie mit einer oder beiden Plattformen starten, ist vor allem Ihre Zielgruppe ausschlaggebend: Welche Geräte nutzen Ihre Kunden oder Mitarbeitenden tatsächlich?
MVP-Entwicklung
Ein MVP (Minimum Viable Product) ist die kleinste Version Ihrer App, die echten Nutzern bereits einen Nutzen bietet. Statt zwanzig Funktionen auf einmal zu bauen, beginnen Sie mit den drei bis fünf, ohne die die App sinnlos wäre. Das senkt das Budgetrisiko, bringt die App früher zu Nutzern und liefert Daten für die nächsten Schritte.
UX/UI-Design
Gutes App-Design entscheidet, ob Nutzer die App behalten. Dazu gehören die Analyse der wichtigsten Nutzerwege, Wireframes, ein klickbarer Prototyp, das visuelle Design und Tests mit echten Nutzern. Fehler, die im Prototyp auffallen, kosten einen Bruchteil dessen, was sie nach der Entwicklung kosten würden.
Backend, Datenbanken und Schnittstellen
Die meisten Apps brauchen ein Backend: eine Datenbank, Nutzerverwaltung, Dateispeicher und Logik auf dem Server. Backend-Dienste wie Supabase mit PostgreSQL verkürzen die Entwicklung, weil Authentifizierung, Datenbank und Speicher bereits vorhanden sind. Schnittstellen zu bestehenden Systemen wie CRM oder ERP gehören zu den häufig unterschätzten Aufwänden, weil sie von der Qualität der Gegenseite abhängen.
Authentifizierung und Sicherheit
Login per E-Mail-Code, Passwort, Sign in with Apple oder Passkeys, verschlüsselte Übertragung, Zugriffsrechte auf Datenbankebene und sichere Speicherung sensibler Daten sind Grundanforderungen. Bei personenbezogenen Daten gelten die Anforderungen der DSGVO: Datensparsamkeit, Auftragsverarbeitungsverträge und Funktionen zum Export und Löschen von Konten. Apple verlangt zudem, dass Apps mit Kontoerstellung auch das Löschen des Kontos in der App ermöglichen.
App Store und Google Play
| Posten | Apple App Store | Google Play |
|---|
| Entwicklerkonto | 99 US-Dollar pro Jahr oder Gegenwert in Landeswährung | einmalig 25 US-Dollar |
| Provision außerhalb der EU | 30 %, für Abos ab dem zweiten Jahr 15 %, Small Business Program 15 % | 15 % auf die ersten 1 Mio. US-Dollar Jahreserlös, darüber 30 %; Abos 15 % |
| Provision in der EU | seit 1. Oktober 2026: In-App-Kauf 26 %, für Small Business und Abos ab dem zweiten Jahr 15 % | im EWR seit 30. Juni 2026: auf die ersten 1 Mio. US-Dollar 10 % plus 5 % Abrechnungsgebühr |
| Prüfung | laut Apple meist mindestens 50 % der Einreichungen in unter 24 Stunden, 90 % in unter 48 Stunden | Prüfung vor Veröffentlichung, Dauer variiert |
: Stand 17. Oktober 2026 laut Apple Developer und Google Play Console Hilfe. Provisionen fallen nur auf digitale Verkäufe in der App an, nicht auf physische Waren oder Dienstleistungen.
Für viele Business-Apps, die kostenlos sind oder Leistungen außerhalb der App abrechnen, spielen die Provisionen keine Rolle. Relevant werden sie bei Abos und digitalen Inhalten, die in der App verkauft werden.
Native oder plattformübergreifend?
Wir haben beides in eigenen Produkten umgesetzt und empfehlen den Weg, der zu Ihren Anforderungen und Ihrem Budget passt.
Betrieb und Wartung
Nach dem Launch fallen laufende Kosten an:
- Server und Dienste: Datenbank, Speicher, Benachrichtigungen, KI-Nutzung nach Verbrauch.
- Updates: Apple und Google veröffentlichen jährlich neue Systemversionen, Apps müssen angepasst werden.
- Sicherheit: Aktualisierung von Bibliotheken und Abhängigkeiten.
- Weiterentwicklung: neue Funktionen auf Basis von Nutzerfeedback und Daten.
- Support: Antworten auf Nutzerfragen und Fehlerbehebung.
Von der Idee zum Launch: die Entwicklungsschritte
- Erstgespräch und Bedarfsanalyse: Ziel, Nutzer, Funktionen und Rahmenbedingungen klären.
- Konzeption: Funktionen priorisieren, MVP festlegen, Architektur und Plattform wählen.
- Design und Prototyp: zentrale Abläufe gestalten und mit Nutzern testen.
- Entwicklung: in kurzen Zyklen mit regelmäßigen, nutzbaren Zwischenständen.
- Tests und Qualitätssicherung: automatisiert und manuell auf echten Geräten.
- Veröffentlichung: Store-Einträge, Screenshots, Datenschutzangaben und Prüfung durch Apple und Google.
- Betrieb und Ausbau: Monitoring, Updates und neue Funktionen.
Typische Fehler
- Zu viele Funktionen im ersten Release: Das Budget ist aufgebraucht, bevor Nutzer die App sehen.
- Kein Prototyp: Grundlegende Bedienprobleme fallen erst nach der Entwicklung auf.
- Backend unterschätzt: Die App ist nur so gut wie die Daten und Schnittstellen dahinter.
- Konten auf den Dienstleister: Entwicklerkonten bei Apple und Google sowie Cloud-Zugänge sollten auf Ihr Unternehmen laufen.
- Kein Budget für Wartung: Apps, die nicht gepflegt werden, funktionieren nach einigen Systemupdates nicht mehr zuverlässig.
Häufige Fragen
Was kostet eine einfache App?
Ein erstes nutzbares Produkt mit wenigen Kernfunktionen und Backend liegt bei einem Aufwand von etwa 250 bis 500 Stunden, bei 90 bis 120 Euro Stundensatz also bei rund 22.500 bis 60.000 Euro netto. Sehr einfache Apps ohne Backend können darunter liegen.
Wie lange dauert die Entwicklung einer App?
Ein MVP ist bei überschaubarem Umfang oft in drei bis sechs Monaten umsetzbar, umfangreiche Apps brauchen entsprechend länger. Die Dauer hängt vor allem vom Funktionsumfang und von Schnittstellen ab.
Muss eine App für iOS und Android separat entwickelt werden?
Nein. Mit plattformübergreifenden Technologien entsteht eine gemeinsame Codebasis. Separate native Apps lohnen sich bei sehr gerätespezifischen Funktionen.
Welche laufenden Kosten hat eine App?
Entwicklerkonten bei Apple (99 US-Dollar pro Jahr) und Google (einmalig 25 US-Dollar), Server und Dienste, KI-Nutzung nach Verbrauch sowie Wartung und Updates. Planen Sie diese Posten vor dem Start ein.
Kann ich eine App ohne Programmierkenntnisse selbst bauen?
Für einfache interne Werkzeuge gibt es No-Code-Plattformen. Für Apps, die im Store veröffentlicht werden, mit eigenen Daten arbeiten und langfristig wachsen sollen, ist professionelle Entwicklung in der Regel die wirtschaftlichere Wahl.
Gehört mir der Quellcode meiner App?
Das regeln Sie vertraglich vor Projektbeginn. Achten Sie darauf, dass Nutzungsrechte am Code sowie Entwickler- und Cloud-Konten klar geregelt sind und auf Ihr Unternehmen laufen.
Fazit
Eine App muss nicht teuer sein, aber sie muss richtig geplant sein. Beginnen Sie mit einem klaren Ziel und einem schlanken ersten Release, wählen Sie die Technik nach Ihren Anforderungen und planen Sie Betrieb und Weiterentwicklung von Anfang an. Wie wir Apps entwickeln und welche eigenen Produkte dabei entstanden sind, zeigt die Seite App- & Softwareentwicklung.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Kosten einer App ergeben sich aus dem Aufwand für Konzept, Design, Entwicklung, Backend, Tests und Veröffentlichung.
- Ein schlanker erster Release (MVP) senkt das Risiko und zeigt früh, ob die App angenommen wird.
- Plattformübergreifende Entwicklung spart oft Aufwand, native Entwicklung lohnt sich bei tiefer Geräteintegration.
- Apple verlangt 99 US-Dollar pro Jahr für das Entwicklerprogramm, Google einmalig 25 US-Dollar; dazu kommen Provisionen auf In-App-Verkäufe.
- Planen Sie laufende Kosten für Server, Wartung und Updates von Anfang an ein.