Insight · Webentwicklung

Was kostet eine professionelle Website 2026? Preise, Unterschiede und versteckte Kosten

Angebote für eine Website reichen von wenigen hundert bis zu fünfstelligen Beträgen, und auf den ersten Blick wirkt das willkürlich. Der Preis folgt aber einer einfachen Logik: dem Aufwand für Konzept, Design, Technik und Inhalte. Wer diese Logik kennt, kann Angebote sinnvoll vergleichen.

Veröffentlicht 6 Min. Lesezeitvon Yassine Azza

Kurz beantwortet

Je nach Umfang kostet eine professionell erstellte Unternehmenswebsite zwischen einigen tausend Euro (Vorlage, wenige Seiten) und einem niedrigen bis mittleren fünfstelligen Betrag (eigenes Design, Funktionen, Schnittstellen). Grundlage ist der Aufwand in Stunden: Bei einem Stundensatz von 90 bis 120 Euro netto ergibt eine Website mit 50 Stunden Aufwand 4.500 bis 6.000 Euro, eine individuell gestaltete Website mit 150 Stunden 13.500 bis 18.000 Euro. Dazu kommen laufende Kosten für Domain, Hosting, Wartung und Weiterentwicklung.

Inhalt dieses Beitrags
  1. Was kostet eine professionelle Website?
  2. Welche Faktoren den Preis beeinflussen
  3. Baukasten, WordPress oder individuelle Entwicklung
  4. Einfache Unternehmenswebsite oder komplexe Plattform
  5. Kosten für Design und UX
  6. Kosten für die technische Entwicklung
  7. Hosting, Domain und laufende Wartung
  8. SEO, Tracking und Conversion-Optimierung
  9. Häufig unterschätzte Folgekosten
  10. Wann sich eine professionelle Agentur lohnt
  11. Checkliste zur Auswahl eines Dienstleisters
  12. Häufige Fragen
  13. Fazit

Was kostet eine professionelle Website?

Eine seriöse Zahl ohne Kenntnis des Projekts gibt es nicht, eine nachvollziehbare Rechnung schon. Der Preis einer Website ergibt sich aus dem Aufwand in Stunden und dem Stundensatz des Dienstleisters.

Für den Stundensatz gibt es einen belastbaren Anhaltspunkt: Laut dem Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap lag der Median-Stundensatz von IT-Freelancern im DACH-Raum bei 95 Euro, für Software- und Webentwicklung bei 90 Euro. Agenturen kalkulieren wegen Projektmanagement, Design und Qualitätssicherung häufig höher. Für die folgenden Rechenbeispiele nehmen wir deshalb 90 bis 120 Euro netto pro Stunde an.

Website-TypTypischer UmfangAngenommener AufwandKosten bei 90 bis 120 €/h (netto)
Einfache Unternehmenswebsite auf Vorlage4 bis 6 Seiten, vorhandene Texte und Bilder30 bis 50 Stunden2.700 bis 6.000 €
Individuell gestaltete Unternehmenswebsite8 bis 15 Seiten, eigenes Design, Texte, SEO-Grundlagen100 bis 180 Stunden9.000 bis 21.600 €
Website mit FunktionenMehrsprachigkeit, Buchung, Kundenbereich oder Schnittstellen180 bis 350 Stunden16.200 bis 42.000 €
Komplexe PlattformPortal, Konfigurator, Nutzerkonten, mehrere Systemeab 350 Stundenab 31.500 €

: Rechenbeispiele mit Annahmen, Stand Oktober 2026. Die Stundenspannen sind Erfahrungswerte und keine Angebotspreise; der tatsächliche Aufwand hängt vom Projekt ab.

Welche Faktoren den Preis beeinflussen

  1. Umfang: Anzahl der Seiten und Vorlagen, also wie viele unterschiedliche Seitentypen gestaltet werden müssen.
  2. Design: Anpassung einer Vorlage oder eigenes Design auf Basis Ihrer Marke.
  3. Inhalte: Liefern Sie Texte, Fotos und Videos, oder werden sie erstellt?
  4. Funktionen: Formulare, Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Kundenbereich, Shop oder Schnittstellen zu CRM und anderen Systemen.
  5. Technik: Baukasten, Content-Management-System wie WordPress oder individuelle Entwicklung.
  6. Anforderungen an Performance, Barrierefreiheit und Sicherheit.
  7. Abstimmung: Anzahl der Beteiligten und Korrekturschleifen.

Baukasten, WordPress oder individuelle Entwicklung

KriteriumWebsite-BaukastenWordPress mit ThemeIndividuelle Entwicklung
Einstiegschnell, auch ohne Fachwissenmittellänger, mit Konzeptphase
Gestaltungsfreiheitbegrenzt durch Vorlagenhoch, mit Plugins und Themessehr hoch
Performanceabhängig vom Anbieterstark abhängig von Theme und Pluginssehr gut planbar
Wartungbeim Anbieterregelmäßige Updates nötignach Technik, oft gering
Abhängigkeitan den Anbieter gebundenoffene Software, Hosting frei wählbarCode gehört nach Vereinbarung Ihnen
Geeignet fürGründer, sehr kleine BudgetsUnternehmen mit PflegeteamMarken mit hohen Ansprüchen an Wirkung und Technik

Baukästen rechnen über ein monatliches Abo ab und eignen sich für den Start. Mit wachsenden Ansprüchen an Gestaltung, Ladezeit oder Funktionen stoßen sie an Grenzen.

WordPress ist das verbreitetste Content-Management-System und sehr flexibel. Die Kehrseite: Jedes zusätzliche Plugin muss gepflegt werden, und schwere Themes kosten Ladezeit.

Individuelle Entwicklung bedeutet, dass Design und Code auf Ihre Ziele zugeschnitten sind. Das kostet in der Erstellung mehr, ergibt aber oft schnellere, wartungsärmere Websites ohne unnötigen Ballast.

Einfache Unternehmenswebsite oder komplexe Plattform

Eine Unternehmenswebsite stellt Leistungen vor, schafft Vertrauen und erzeugt Anfragen. Eine Plattform dagegen erfüllt Aufgaben für Nutzer: Kunden loggen sich ein, buchen, konfigurieren oder laden Dokumente hoch. Der Unterschied im Aufwand ist erheblich, weil Plattformen Nutzerkonten, Rechte, Datenbanken, Sicherheit und Tests brauchen. Wer eher eine Anwendung als eine Website plant, findet im Beitrag Was kostet individuelle Softwareentwicklung? die passende Einordnung.

Sie wollen wissen, was Ihre Website kosten würde?

Beschreiben Sie kurz Ihr Vorhaben. Wir schätzen den Aufwand transparent ein und sagen, welcher Weg zu Ihrem Budget passt.

Kosten für Design und UX

Gutes Design ist mehr als Optik. Es sorgt dafür, dass Besucher in wenigen Sekunden verstehen, was Sie anbieten, und den nächsten Schritt finden. Zum Design gehören typischerweise Konzept und Seitenstruktur, Wireframes für die wichtigsten Seiten, das visuelle Design für Desktop und Mobil sowie Abstimmungsschleifen. Bei einer individuell gestalteten Website macht das oft ein Drittel des Gesamtaufwands aus. Wenn Ihre Marke selbst noch nicht klar definiert ist, lohnt es sich, Corporate Identity und Website gemeinsam zu entwickeln, wie auf der Seite Webdesign & Corporate Identity beschrieben.

Kosten für die technische Entwicklung

Zur Entwicklung gehören die Umsetzung des Designs in Code oder im Content-Management-System, die mobile Optimierung, Formulare, Einbindungen wie Terminbuchung oder Karten, Ladezeitoptimierung, Tests auf verschiedenen Geräten und die Einrichtung des Hostings. Je mehr Funktionen und Schnittstellen, desto höher der Anteil der Entwicklung am Gesamtaufwand.

Hosting, Domain und laufende Wartung

Die laufenden Kosten werden oft unterschätzt:

  • Domain: Eine .de-Domain kostet bei großen deutschen Anbietern rund einen Euro im Monat, oft mit günstigerem Einführungspreis. STRATO nennt zum Beispiel 1 Euro im Monat nach dem ersten Jahr (Stand Oktober 2026, inklusive Mehrwertsteuer).
  • Hosting: Einfaches Webhosting gibt es bereits für wenige Euro im Monat. Leistungsstärkere Server, schnelle Auslieferung und professionelle Backups kosten mehr.
  • Wartung: Updates, Sicherheitsprüfung, Backups und kleine Anpassungen. Bei WordPress ist regelmäßige Wartung Pflicht, nicht Kür.
  • Rechtstexte und Einwilligungen: Impressum, Datenschutzerklärung und eine Einwilligungslösung für Cookies müssen aktuell bleiben.
  • Weiterentwicklung: neue Seiten, Inhalte und Optimierungen auf Basis echter Nutzerdaten.

SEO, Tracking und Conversion-Optimierung

Eine Website, die niemand findet oder die keine Anfragen erzeugt, ist teuer, egal was sie gekostet hat. Planen Sie deshalb von Anfang an ein:

  • SEO-Grundlagen: saubere Seitenstruktur, Titel und Beschreibungen, schnelle Ladezeit, strukturierte Daten und Inhalte, die echte Suchanfragen beantworten.
  • Tracking: Messung von Anfragen und wichtigen Klicks, datenschutzkonform mit Einwilligung. Wie belastbares Tracking aussieht, beschreibt der Beitrag zu Server-Side-Tracking.
  • Conversion: klare Botschaft, Belege, eindeutige Handlungsaufforderungen und kurze Formulare. Was das konkret heißt, zeigt der Beitrag Landingpages, die verkaufen.

Häufig unterschätzte Folgekosten

FolgekostenWarum sie entstehen
Texte und BilderInhalte werden oft zu spät geplant und verzögern den Start
Plugin- und LizenzkostenPremium-Themes, Formular-Plugins oder Bildlizenzen kosten jährlich
Rechtliche AnforderungenImpressum nach § 5 DDG, Cookie-Einwilligung nach § 25 TDDDG, für viele Onlineangebote an Verbraucher seit Juni 2025 Barrierefreiheit nach dem BFSG
WartungUpdates und Sicherheitsprüfungen fallen dauerhaft an
Korrekturschleifenunklare Vorgaben führen zu Mehraufwand
Umzug und Weiterleitungenohne saubere Weiterleitungen gehen bestehende Rankings verloren

Zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz: Es gilt seit dem 28. Juni 2025 unter anderem für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr mit Verbrauchern. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Ob Ihre Website betroffen ist, sollten Sie prüfen lassen.

Ihre Website soll mehr Anfragen bringen?

Design allein verkauft nicht. Wir verbinden Positionierung, Nutzerführung und Technik zu einer Website, die Kunden gewinnt.

Wann sich eine professionelle Agentur lohnt

Ein Baukasten reicht, wenn Sie einen einfachen Onlineauftritt brauchen und selbst Zeit investieren können. Eine Agentur lohnt sich, wenn die Website ein zentraler Vertriebskanal ist, wenn Ihre Marke professionell wirken muss, wenn Funktionen und Schnittstellen nötig sind oder wenn Ladezeit, Barrierefreiheit und Sicherheit eine Rolle spielen. Der entscheidende Maßstab ist nicht der Preis der Website, sondern was sie über die Jahre an Anfragen und Umsatz bringt.

Checkliste zur Auswahl eines Dienstleisters

  • Zeigt der Dienstleister Websites, die Sie selbst ansehen und testen können?
  • Ist das Angebot nach Leistungen aufgeschlüsselt, inklusive Konzept, Design, Entwicklung, Inhalte und Tests?
  • Wird geklärt, wem Domain, Hosting-Zugänge und Code gehören?
  • Sind SEO-Grundlagen, Tracking und Conversion Teil des Konzepts?
  • Gibt es einen Plan für Wartung, Updates und Weiterentwicklung?
  • Werden rechtliche Anforderungen wie Impressum, Datenschutz, Cookie-Einwilligung und Barrierefreiheit angesprochen?
  • Fragt der Dienstleister nach Zielen und Zielgruppen, bevor er über Farben spricht?

Häufige Fragen

Was kostet eine einfache Firmenwebsite?

Eine einfache Unternehmenswebsite mit wenigen Seiten auf Basis einer Vorlage ist bei 30 bis 50 Stunden Aufwand und 90 bis 120 Euro Stundensatz für etwa 2.700 bis 6.000 Euro netto realisierbar. Mit eigenem Design, Texten und SEO-Grundlagen steigt der Aufwand deutlich.

Warum unterscheiden sich Angebote so stark?

Weil sie unterschiedliche Leistungen enthalten. Ein günstiges Angebot umfasst oft nur die technische Umsetzung einer Vorlage, ein teureres zusätzlich Konzept, eigenes Design, Texte, SEO und Tests. Vergleichen Sie deshalb den Leistungsumfang.

Was kostet eine Website im Monat?

Domain und einfaches Hosting kosten wenige Euro im Monat. Hinzu kommen Wartung, Lizenzen und Weiterentwicklung, deren Höhe vom System und Ihren Anforderungen abhängt. Planen Sie diese Kosten von Anfang an ein.

Wie lange dauert die Erstellung einer Website?

Eine einfache Website kann in wenigen Wochen online sein. Eine individuell gestaltete Website mit Konzept und Inhalten braucht oft zwei bis drei Monate. Die häufigste Verzögerung sind fehlende Inhalte.

Muss meine Website barrierefrei sein?

Für viele Onlineangebote an Verbraucher gilt seit dem 28. Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Unabhängig von der Pflicht verbessert Barrierefreiheit die Nutzbarkeit für alle Besucher.

Ist WordPress oder eine individuelle Website besser?

WordPress eignet sich, wenn viele Personen Inhalte pflegen und Sie ein großes Ökosystem an Erweiterungen nutzen wollen. Eine individuelle Lösung lohnt sich bei hohen Ansprüchen an Ladezeit, Design und Wartungsarmut. Entscheidend ist, wer die Website künftig pflegt.

Fazit

Die Kosten einer Website lassen sich nachvollziehbar kalkulieren, wenn man den Aufwand kennt. Klären Sie zuerst Ziel, Umfang und Inhalte, vergleichen Sie Angebote nach Leistungen und rechnen Sie die laufenden Kosten ehrlich mit ein. Eine Website, die Anfragen erzeugt, ist eine Investition, die sich rechnen muss. Mehr dazu auf den Seiten Webdesign & Corporate Identity und Websites & Landingpages.

Quellen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Preis einer Website folgt dem Aufwand für Konzept, Design, Entwicklung und Inhalte.
  • Rechenbasis: Stunden mal Stundensatz; der Median für IT-Freelancer im DACH-Raum lag laut freelancermap 2026 bei 95 Euro pro Stunde.
  • Baukasten, WordPress und individuelle Entwicklung unterscheiden sich vor allem in Flexibilität, Performance und Wartung.
  • Laufende Kosten für Hosting, Wartung, Rechtstexte und Weiterentwicklung gehören in jede Kalkulation.
  • Vergleichen Sie Angebote nach Leistungsumfang und Ergebnis, nicht nach dem niedrigsten Preis.

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